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Wenn das Internet nicht so schnell ist, wie es sein sollte, obwohl das Modem mit der bestellten Geschwindigkeit synchron ist, dann liest man in vielen Foren schnell das Stichwort RWIN und den Rat, dieses sagenumwobene RWIN doch zu vergrössern. Das funktioniert tatsächlich, obwohl die meisten User gar nicht wissen, was dahinter steckt.
Ohne nun die gesamten Grundlagen des TCP/IP erschöpfend aufzudröseln, was alleine schon ein dickes Buch füllen würde, hier eine kurze und stark vereinfachte Erklärung der Begriffe MTU, MSS und RWIN und welchen Einfluss sie auf unsere Downloadgeschwindigkeit haben. Anschliessend folgt natürlich die Anleitung, wie man den eigenen Rechner zu Downloadhöchstleistungen bringt.
Die MTU ist die Maximum Transport Unit. Beim inzwischen zum Standard gewordenen Ethernet beträgt die MTU 1500 Byte. Bei DSL in Deutschland (PPPoE-Verfahren) darf die MTU maximal 1492 betragen, da der PPP-Header 8 Byte benötigt. Bei einigen Providern, z.B. freenet, ist die MTU kleiner und beträgt nur 1448. Auch wenn besonders auf US-Seiten immer wieder empfohlen wird, einen möglichst hohen Wert zu verwenden, sollte auf gar keinen ein Wert über dem vom Provider empfohlenen Wert benutzt werden. Aufgrund des beim DSL üblichen Transports in ATM-Paketen ist der Wert 1448 z.B. sogar besser als 1492. Der Maximalwert des Providers wird automatisch bei der Anmeldung ausgehandelt und sollte nicht überschritten werden, da sonst Pakete in zwei kleinere aufgeteilt werden müssen. Dieses Aufteilen (Fragmentieren) kostet Geschwindigkeit und wird von immer mehr Servern gar nicht unterstützt.
Die MSS ist die Maximum Segment Size und ergibt sich unmittelbar aus der MTU. Die MSS ist die MTU - 40.
Das RWin ist das Receive Window. Das ist ein Empfangspuffer. Beim Datentransport mit dem TCP/IP Protokoll wird der Empfang der mit Prüfsumme gesicherten Pakete quittiert. Der Transport zwischen Server und dem eigenen Rechner benötigt eine gewisse Zeit. Diese Zeit und die Zeit für die Quittierung, dass ein Paket fehlerfrei angekommen ist, nennt man Latenzzeit. Sie identisch mit der Zeit, die ein PING benötigt. Würde man jedes Paket einzeln quittieren, wäre der effektive Durchsatz zu langsam. Daher gibt es ein Receive Window genannten Empfangspuffer. Der Server kann nun so viele Daten senden, wie in diesen Puffer reinpassen, ohne eine Quittierung zu bekommen. Wie gross das aktuell verfügbare RWIN ist, wird zu Beginn einer Datenübertragung ausgehandelt.
Wie ein zu kleines RWIN die effektive Datenrate ausbremst, zeigt ein kleines Rechenbeispiel. Der theoretisch mögliche Datendurchsatz einer Leitung mit DSL 16.000 liegt 2MByte/s. Nimmt man nun ein RWIN von 32KByte an, dann kann dieses RWIN in 16ms gefüllt werden. Wenn nun aber die Latenzzeit zu diesem Server 100ms beträgt, dann wartet der Server nach dem Senden der 32 KB Daten mindestens 84ms lang auf die Quittierung und sendet erst danach wieder erneut Daten. Unter solchen Bedingungen ist der Download nicht 2000KB/s, sondern nur noch 160KB/s.
Das Standard-RWIN von Windows ist 16 oder 32 KB gross, erst bei Windows Vista hat Microsoft reagiert. Unter Vista ist das RWIN 64KByte gross und wird von Vista für den Internet Explorer bei Bedarf vergrößert. Alternativbrowser wie der Firefox werden hier jedoch benachteiligt. Der Standard-Wert von XP oder älteren Windows-Versionen reicht nur bis DSL 2000 und bremst die Übertragungsrate stark ein, je nachdem wie hoch die Latenzzeit zum jeweiligen Server ist. Aus diesem Grund ist auch ein Geschwindigkeitstest beim eigenen Provider schneller als bei einem Drittanbieter, da die Latenzzeit zum eigenen Provider erheblich kürzer ist.
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